Projekt Bremen
| Branche | Lebensmittelproduktion - Mälzerei |
| Technik | Dampf / KWK |
| Nennwärmeleistung | 9.000 kW (Heißdampf) |
| Brennstoff | Gebrauchtholz A I / A II |

DEUTSCHLANDS GRößter malzproduzent setzt auf biomasse-dampfanlage am standort bremen
Die Avangard Malz AG ist mit einer jährlichen Produktionskapazität von rund 380.000 Tonnen Malz und vier Standorten der größte Malzproduzent Deutschlands. Das Unternehmen beschäftigt derzeit etwa 140 Mitarbeitende und investiert kontinuierlich in die Modernisierung seiner Werke. Ziel ist es, die Produktion noch effizienter, ressourcenschonender und nachhaltiger zu gestalten. Ein Meilenstein: An allen Standorten wird ausschließlich CO2-neutral erzeugter Strom genutzt, was einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leistet.
Unsere Anlage sorgt für...
16.960.000 kg
CO₂-Einsparung/Jahr
Umrechnungsgrundlage:
Emissionsfaktor: 0,3 t
CO₂-Einsparung pro MWh
WÄRME BENÖTIGT: WIE WIRD MALZ EIGENTLICH HERGESTELLT?
Malz wird aus Getreide, meist Gerste, hergestellt und in mehreren Verarbeitungsschritten veredelt. Nach dem Reinigen und Einweichen beginnt das Getreide zu keimen. Während der Keimung entwickeln sich Enzyme, die später im Brauprozess wichtig sind. Anschließend wird das sogenannte Grünmalz in Darren getrocknet und erhitzt, um die Keimung zu stoppen und die gewünschten Far- und Aromastoffe auszubilden.
Vor allem im Bereich der Keimkästen und Darren wird extrem viel Wärme benötigt – die in Zukunft CO2-neutral mit Biomasse hergestellt wird!

Wärme benötigt - Biomasseanlage kommt ins Spiel
Annahme und Reinigung des Getreides
Keimkästen:
Anregung der Keimung durch Erhöhung der Feuchtigkeit und Temperatur
Darren: Trocknung des Grünmalzes
Malz wird nach Entkeimen, Sortieren und der Qualitätskontrolle verladen
Wärme benötigt - Biomasseanlage kommt ins Spiel
Annahme und Reinigung des Getreides
Keimkästen:
Anregung der Keimung durch Erhöhung der Feuchtigkeit und Temperatur
Darren: Trocknung des Grünmalzes
Malz wird nach Entkeimen, Sortieren und der Qualitätskontrolle verladen



MALZTROCKNUNG ALS PROZESS MIT EXTREM HOHEN WÄRME- UND STROMBEDARF
Am Standort der AVANGARD MALZ AG werden für den Trocknungsprozess jährlich über 70.000 MWh Wärme benötigt um dem Getreide schonend die Feuchtigkeit zu entziehen – ein wichtiger Schritt, für qualitativ hochwertiges Malz! Neben dem thermischen Energiebedarf wird für den Herstellungsprozess auch eine nicht unerhebliche Menge an elektrischem Strom benötigt – beispielsweise für den Betrieb von Förderanlagen oder für die Belüftung.
„Wir haben uns für Altholz als Energieträger entschieden für die Zukunft, weil Erdgas immer knapper wird. Wir hatten alles schon erlebt, diverse Mangellagen am Markt und natürlich immer weiter steigende Erdgaskosten. Altholz hat uns überzeugt, weil es uns Richtung CO2-Neutralität einen großen Schritt voranbringt und die Versorgungssicherheit gewährleistet ist.“
Kevin Goltz, Betriebsleiter
SCHLÜSSELFERTIGE BIOMASSEDAMPFANLAGE VERSORGT DEN PRODUKTIONSSTANDORT CO2-NEUTRAL MIT WÄRME UND STROM
Aufgrund des hohen Wärme- und Strombedarfs fiel die Entscheidung auf eine Heißdampf-Anlage mit Kraft-Wärme-Kopplung zur Stromerzeugung. Die Gesamtanlage ist schlüsselfertig inklusive Kesselhaus auf dem Betriebsgelände installiert und versorgt den Standort der AVANGARD MALZ AG seit Beginn 2026 mit einer jährlichen Wärmeerzeugung von 54.400 MWh.


Die Anlage verfügt über eine Nennwärmeleistung von 9.000 kW und eine Dampfleistung von 12.500 kg/h. Der im Kessel erzeugte Dampf mit einem Nenndruck von 21,5 bar(ü), wird über einen zweistufigen Zwischenüberhitzer auf eine Temperatur von 300 °C überhitzt und an die Turbine übergeben. Durch die mehrstufige Entspannung des Dampfes generiert die Turbine eine Anlagenleistung von 1.210 kWel. Der entstehende Abdampf wird im partiellen Unterdruck an den darunterliegenden Heizkondensator mit 7.120 kWth thermischer Leistung übergeben und dem Kesselkreislauf wieder zugeführt.
Die jährliche Stromerzeugung aus der Anlage beläuft sich dabei auf 9.700 MWh.




Kombinierte Rauchgasreinigung stellt Emissionswerte weit unter dem vorgeschriebenen Standard sicher
Schmidmeier NaturEnergie setzt auf eine mehrstufige Rauchgasreinigung, die Emissionen mühelos unter die gesetzlichen Grenzwerte senkt. Das Verfahren besteht aus drei Stufen:
SNCR-Anlage im Feuerraum:
- Eindüsung von Reduktionsmittel in den Rauchgasstrom
- Stickoxide werden zu Wasserdampf und Stickstoff reduziert
- wichtig: richtiges Temperaturniveau!

Multizyklon
- Abscheidung aller groben Staubpartikel

Gewebefilter
- Abscheidung selbst feinster Partikel mit einem Abreinigungsgrad von über 99%
- Additiv-Dosierung im Filterkuchen bindet zusätzliche Schadstoffe

Wir runden das Gesamtpaket ab: Konzept für die Brennstoffversorgung & Unterstützung bei der Umsetzung
SCHMIDMEIER ALS STARKER PARTNER IN SACHEN BRENNSTOFF
Die Schmidmeier NaturEnergie übernimmt dabei nicht nur die Rolle des Generalunternehmers für den Anlagenbau, sondern entwickelt gemeinsam mit der Technologica GmbH ein für die Avangard Malz AG maßgeschneidertes Brennstoffkonzept. Das Leistungspaket umfasst dabei neben der Brennstoffberatung auch das Lieferantenmanagement, die Marktanalyse, den Aufbau eines geeigneten Ascheentsorgungsweges inkl. Probenahmen zur Deklarationsanalyse, Qualitätskontrollen und Schulungen der Mitarbeiter im Bereich Altholz. So wird sichergestellt, dass der Betrieb langfristig und optimal mit Brennstoff versorgt wird.

„In Sachen Brennstoffversorgung steht uns auch Firma Schmidmeier mit Rat und Tat zur Seite. Firma Schmidmeier kennt viele Unternehmen und Lieferanten, die uns in Zukunft gesichert mit den benötigten Altholzmengen versorgen können. Auch in dem gesamten Prozess, Abläufe, Anlieferung, Probenahmen, und Analytik hat uns Schmidmeier schon konkrete Vorschläge zur Vertragsgestaltung übermittelt. Wir sind selbst sind Mälzer. Da sind wir auch froh, jemanden an unserer Seite zu haben.“
Kevin Gotz, Betriebsleiter

Spezielle Feuerung für Schwierige Brennstoffe
Unsere Feuerungen für anspruchsvolle, hochkalorische Brennstoffe sind konsequent wassergekühlt – vom Rost bis hin zum Feuerraum. Das schützt die Anlage vor Überhitzung, erhöht die Lebensdauer und sorgt dafür, dass die Anlagen auch im Betrieb mit hochwirtschaftlichen Brennstoffen – wie beispielsweise Altholz – eine hohe Verfügbarkeit haben.
Das gibt es so nur bei uns!

HERAUSFORDERUNGEN UND SPEKTAKULÄRE BILDER IM BREMER HAFEN – IMPRESSIONEN AUS DER BAUPHASE
Die Lage der Avangard Malz AG direkt im Hafen ist zwar logistisch von Vorteil für den Betrieb (die Auslieferung kann problemlos per Schiff erfolgen), für die Baustelle zur Errichtung der Anlage barg sie aber einige Herausforderungen. So sorgten beispielsweise 4 Meter Tidenhub im Hafenbecken und starker Wind dafür, dass das Team immer wieder aufs Neue flexibel und mit extrem hohen technischen Know-How reagieren musste – für ein eingespieltes Team von Profis wie unseren Kollegen jedoch kein Problem! Für das Einheben der zentralen Komponenten wie Feuerbox und Kessel kam ein 700-Tonnen-Kran zum Einsatz.
700 Tonnen-Kran im Bremer Hafen: Pure Baustellenästhetik
Weitere Eindrücke aus dem Baustellentagebuch
„Die Schmidmeier NaturEnerige konnte uns durch die technische Umsetzung bereits umgesetzter Projekte überzeugen. Das technische Know-how ist einwandfrei, die Bauleiter und Projektleiter nach wie vor immer in regem Austausch. Fragen, auch zwischen den Gewerken, werden fachlich sehr gut und schnellstmöglich beantwortet, sodass die ganze Projektabwicklung bisher aktuell zu unserer vollsten Zufriedenheit verläuft und wir froh sind die Firma Schmidmeier an unserer Seite zu haben.“
Kevin Goltz, Betriebsleiter
Feuer frei im Hafebecken!
In der KW 5 2026 brannte das erste Feuer in der Biomasseanlage der AVANGARD MALZ AG am Standort Bremen. Ein wichtiger Schritt, der die offizielle Inbetriebnahme vor der Abnahme durch den Kunden markiert. Mit einer extrem sportlichen Bauzeit hat unser Team gezeigt: Auch große Anlagen, wie diese 9.000 kW Heißdampfanlage mit allen Herausfoderungen, die der Standort direkt am Hafenbecken mit sich bringt, lässt sich zügig umsetzen – wenn die Kommunikation stimmt und alle an einem Strang ziehen!


Anlagedaten im Überblick
| Nennwärmeleistung | 9.000 kW |
| Dampfleistung | 12.500 kg/h |
| Kesselparameter | Heißdampf, Betrieb 21 bar(ü), Absicherung 28 bar(ü) |
| Jährliche Wärmeerzeugung | 54.400 MWh |
| Bauart | Dampfturbine (Kondensation) |
| Elektrische Nennleistung | 1.210 kW |
| Jährliche Stromerzeugung | 9.756 MWh |
| Inbetriebnahme (Jahr) | 2026 (geplant) |
| Feuerung | Mittelstromfeuerung mit wassergekühltem Vorschubrost und Feuerraum sowie primär und sekundärer Rauchgasrezirkulation und wassergekühltem Feuerraum |
| Kessel | liegender 2-Zug-Großwasserraumkessel |
| Economiser | Speisewassereconomiser |
| Rauchgasreinigung | SNCR, Multizyklon und Gewebefilter mit Additivdosierung |
| Brennstoffart | Gebrauchtholz A I / A II |
| Jährlicher Brennstoffbedarf | 20.000 t |
| Brennstofflager | Brennstofflagerhalle mit Automatikkran |
CO₂-Einsparung
16.960.000 KG
CO₂-Einsparung/ Jahr
Umrechnungsgrundlage:
Emissionsfaktor: 0,3 t CO₂-
Einsparung pro MWh
9.420 Jahre
Autofahren
(150 g CO₂/ km) mit einem
Mittelklassewagen und
12.000 km/ Jahr
130.500
Flüge
pro Person auf einem
einfachen Flug von München
nach Berlin (130 kg CO₂)
2.020
mal
die Jahres-Pro-Kopf-
Emissionen je Einwohner
in Deutschland (8,4 t CO₂/ a)








