Krokodilstränen aus der Vorstandsetage
Deutsche Unternehmer jammern über steigende Energiekosten – und ignorieren dabei das Offensichtliche
Öl und Gaspreise steigen unaufhörlich – und die Jammer-Arien deutscher Unternehmer ebenso. Völlig zu Unrecht. Denn die konnten schon vor zehn Jahren wissen, dass fossile Energie unbezahlbar würde. Warum Energie-Experte Thomas Schmidmeier die Klagen dieser Unterlasser nicht mehr hören mag. Und was der deutschen Industrie in der Energiekrise wirklich helfen würde.
Unternehmer - oder Unterlasser?
Die Klagemauer ist aufgebaut. Doch stehen keine Gläubigen an ihrem Fuß, sondern Herren in dunklen Maßanzügen. Ihr Gemurmel klingt vertraut. Wie grauenvoll, wie schrecklich doch die Energiepreise seien, wie sehr Steigerungen den deutschen Unternehmen zusetzten, ja, bald müsse man die Fertigung aufgrund der hohen Energiepreise nun doch endgültig ins Ausland verlegen. Ehrlich gesagt: Mein Mitleid mit dieser Art von Managern hält sich in Grenzen. Denn sie haben sich jahrelang weniger als Unternehmer, sondern vielmehr als Unterlasser betätigt. Sie hätten seit Jahren wissen können, dass:
- Jedes Jahr 80-100 Milliarden Euro aus deutscher Wirtschaftsleistung in die Kassen von Scheichs und Potentanten fließen – allein für Öl und Gas
- Die CO2-Umlage ab nächstem Jahr zunehmend die fossile Energie belasten wird
- Öl und Gas die Hauptverursacher des Klimawandels sind
- Für die meisten Anwendungen der Prozesswärme fossile Quellen gar nicht nötig sind.
All das wussten die Herrschaften. Und taten was? Nichts.
Die Lösung liegt seit jeher vor der Haustüre
Nun ist das Gejammer groß. Nun malen sie den Teufel der „De-Industrialisierung“ und „Niedergang der Deutschen Wirtschaft“ und vom „Ende des Standorts Deutschland“ an die Wand. Dabei vergessen diese Unterlasser: Seit jeher liegt der Vorrat unerschöpflicher, umweltfreundlicher und dazu preisgünstiger Energie direkt vor ihren Werkstoren: Biomasse.
- Allein 101 Millionen Kubikmeter wachsen jedes Jahr im deutschen Wald hinzu.
- Das ist ein Würfel mit einer Kantenlänge von 465 Metern.
- Nur zwei Drittel dieses Zuwachses wird geerntet
- Rund ein Drittel der Ernte kann nicht stofflich verwertet werden – Äste, Kronen, Wurzeln
- Dieses Holz steht für die Verwendung als Energieträger zur Verfügung
- Es ist CO2-neutral, viel billiger als Öl und Gas, jederzeit verfügbar – und wächst Jahr für Jahr nach
- Es stärkt die regionale Wirtschaft und sorgt dafür, dass das Geld hier bei uns bleibt, statt ins Ausland abzufließen

