MIT HYBRID GEGEN DIE DUNKELFLAUTE

die schmidmeier naturenergie erweitert ihre produktpalette - thomas schmidmeier im interview 

Die Schmidmeier NaturEnergie GmbH ist Marktführer im Sektor Biomasse-Energie. Jetzt eröffnet das Familienunternehmen aus der Oberpfalz ein weiteres Geschäftsfeld: Ab diesem Jahr bietet es seinen Kunden auch Hybridlösungen zur Wärmeerzeugung aus Biomasse und grünem (Überschuss-) Strom. Welche neuen Chancen das für die Kunden birgt, erklärt Unternehmensgründer Thomas Schmidmeier. 

Gesprächspartner

Geschäftsführer Thomas Schmidmeier der Firma Schmidmeier NaturEnergie

Thomas Schmidmeier 

Pionier der Holzenergiebranche, Gründer und Geschäftsführer der Schmidmeier NaturEnergie

Dr. Christoph Fasel, Interviewpartner für Thomas Schmidmeier zu dem Thema Hybride Lösungen

Prof. Dr. Christoph Fasel 

Renommierter Reporter, Chefredakteur und Gründer des Instituts für Verbraucherjournalismus

Schmidmeier macht hybride Lösungen praxisreif

Herr Schmidmeier, Sie sind Marktführer auf dem Gebiet der Holzenergie. Nun bieten Sie auch Hybride Anlagen an. Warum? 

Die Biomasse, die hochwirtschaftlich und CO2-frei Energie erzeugt, ist und bleibt unser Kerngeschäft. Doch in den letzten zehn Jahren hat sich der deutsche Energiemarkt deutlich verändert. Das bietet Chancen, dies es vor einem Jahrzehnt nicht gab. Und diese Möglichkeiten können unsere Biomasse-Energie in einigen Anwendungsfällen gut ergänzen. Wir stellen uns darauf ein, unseren Kunden diese Potenziale bestmöglich zu eröffnen – ohne, dass Sie dabei auf den hohen „Schmidmeier-Standard“ verzichten müssen.

Worin besteht die Veränderung?

Was neu ist: Im letzten Jahrzehnt sind Milliarden in den starken Zubau der erneuerbaren, CO2 freien Stromerzeugung geflossen. Windrad und Photovoltaik erzeugen heute vor allem in den Sommermonaten teilweise erhebliche Überschüsse an elektrischer Energie – so, dass sie zeitweise sogar abgeregelt werden müssen. Hier kommen unsere hybriden Anlagen ins Spiel: Sie sind in hohem Maße systemdienlich, da sie diese grünen Stromspitzen gezielt in genau den Zeiten nutzen, in denen sie anfallen und so aktiv zur Stabilisierung und Flexibilisierung des Energiesystems beitragen.

Thomas Schmidmeier Porträt Foto Hochkant
Die Hybrid-Technik ist in hohem Maße systemdienlich, da sie die grünen Stromspitzen in genau den Zeiten nutzt, in denen sie anfallen - und so aktiv zur Stabilisierung und Flexibilisierung des Energiesystems beiträgt.

Warum setzen Sie bei diesem hohen Angebot an erneuerbarem Strom dann nicht auf rein elektrische Lösungen?

Hier liegt das Problem in der Verfügbarkeit in der dunklen Jahreszeit oder bei Dunkelflaute. Während der Strom – vor allem aus dem Zubau der PV-Anlagen – im Sommer teilweise sogar in zu hohem Maße vorhanden ist, wird diese Lücke bei der Verfügbarkeit in den Wintermonaten natürlich immer größer. Das merken wir auch an den Strompreisen, die im Winter teilweise explodieren und dadurch vollkommen unrentabel für den Einsatz in der Industrie oder der kommunalen Wärmeversorgung sind. Das ist auch immer abhängig vom Standort: Gerade bei uns in Bayern beispielsweise haben wir ein hohes Angebot an PV-Fläche, jedoch kaum Windenergie. Daher geht die reine Direktelektrifizierung an den meisten Standorten wirtschaftlich über das Jahr hinweg einfach nicht auf. Dazu kommt noch, dass viele andere Sektoren – beispielsweise die Elektromobilität oder private Wärmepumpenbetreiber – keine Wahlmöglichkeit haben, und auch in der Dunkelflaute das Netz beanspruchen werden. 

Wie sehen die hybriden Lösungen in der Praxis aus? 

Wie gesagt, sind und bleiben Biomasseanlagen unser Kerngeschäft. Was hinzu kommt ist die Flexibilität, jederzeit den günstigsten Energieträger nutzen zu können: Im Sommer, wenn wir ein großes Angebot an billigem Strom haben, fahren wir unsere Biomassekessel bis auf 30 Prozent der Leistungsfähigkeit. zurück und nutzen stattdessen den zu diesem Zeitpunkt sehr günstigen grünen (Überschuss-)Strom. Das schont die Holzvorräte. Die wiederum setzen wir in der dunklen Jahreszeit oder bei Dunkelflaute verstärkt in unseren Biomasseanlagen ein – wenn kaum Wind weht und die Photovoltaik wenig Strom liefert. Hier spielen wir dann die Stärken der hochwirtschaftlichen, preisstabilen Holzenergie aus – und meiden so den im Winter hohen Strompreis. Wir nutzen also das Beste aus beiden Welten und unser Kunde kann sich sehr genau kalkulierbare Energiekosten an 365 Tagen im Jahr einstellen.

"Im Sommer, wenn wir ein großes Angebot an günstigem, erneuerbarem strom haben, fahren wir unsere Biomassekessel bis auf 30 Prozent der Leistung zurück und nutzen stattdessen die zu diesem Zeitpunkt sehr günstige elektrische Energie. Das schont die Holzvorräte."

Thomas Schmidmeier, Gründer der Schmidmeier NaturEnergie GmbH 

Sie bedienen mit Ihren Anlagen sowohl Industriekunden als auch die kommunale Wärmeversorgung. Worin liegt hierbei der größte Unterschied? 

Der größte Unterschied liegt im Temperaturbereich. Während im kommunalen Bereich, bzw. in der Heizwärme Temperaturen von ca. 100 Grad ausreichen, liegen wir im Prozesswärmebereich der Industrie deutlich höher. Hier werden Temperaturen zwischen 110 und 200 Grad – in Ausnahmefällen bis zu 400 °C gefordert.

Bedeutet das, dass die hybriden Lösungen auf die Heiz- und Fernwärme mit den niedrigeren Temperaturbedarfen begrenzt sind? 

Nein, keinesfalls. Hybride Lösungen – also die Wärmeerzeugung aus Biomasse und Strom – kommt in allen Bereichen, in denen wir tätig sind zum Einsatz. Hierbei unterscheidet sich aber die eingesetzte Technik. Bei Temperaturbereichen bis ca. 100 – 110 Grad Celsius kommt unser NATURENERGIE HYBRID-HEIZ(KRAFT)WERK zum Einsatz. Das ist eine Kombination aus Biomasse-Anlage und Großwärmepumpe. Beide Technologien können je nach Jahreszeit und Bedingungen ihre Stärken voll ausspielen. Dabei liefern die Wärmepumpen die Grundlast, die Biomasse deckt Spitzenlasten und saisonale Bedarfe ab. Bei großen Anlagen ist auch die Kombination einer Wärmepumpe mit einem HeizKRAFTwerk realisierbar. Hier liefert die Biomasseanlage im Winter unschlagbar günstigen Strom aus Gebrauchtholz für die Wärmepumpe. Die dabei entstehende Abwärme deckt die Spitzenlast beispielsweise eines Fernwärmenetzes in der kalten Jahreszeit. Grüner und effizienter kann man Energie kaum bereitstellen.  

Und wie sieht die Lösung für den industriellen Bereich aus? 

Hier sprechen wir oft über Temperaturbereiche ab 110 Grad. In diesem Bereich kommen Wärmepumpen nicht mehr hin – vor allem nicht, mit einem erstrebenswerten COP und einer guten Arbeitszahl. Deshalb setzen wir hier auf hybride Lösungen, die direkt in unserem Standard-Biomasse-Kessel integriert sind. In der Praxis sieht das folgendermaßen aus: Ein Flanschheizkörper wird direkt in den Kessel integriert. Über dieses Heizelement kann dann grüner Strom – je nach Börsenpreis – zur Wärmeerzeugung stufenlos ein- und ausgekoppelt werden“, erklärt Thomas Schmidmeier. 

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Weitere Informationen
"Mit unseren Hybriden Lösungen decken wir sowohl temperaturbereiche, die im Kommunalen Bereich und in wärmenetzen benötigt werden ab, als auch Höhere Temperaturen in industriellen anwendungen."

Ihre Zukunftsprognose?

Der Strommarkt hat sich fundamental geändert – und wird sich weiter verändern.  Wir haben mittlerweile im Sommer erneuerbaren Strom im Überfluss. Den sollten wir auch in der Industrie und der kommunalen Wärmewende sinnvoll einsetzen – oder, falls möglich speichern. In der Dunkelflaute des Winters hingegen springt dann die Biomasse als Energieträger ein, weil sich die Strompreise im Winter deutlich erhöhen werden. Es wird also zukünftig durch unsere Hybrid-Anlagen einen intelligenten und kostensparenden Mix geben. Mit unseren Erfahrungen als Marktführer sind wir die richtigen dafür, das umzusetzen. Wer, wenn nicht ein Unternehmen wie wir sollte sich darum kümmern?

Welche Signale aus dem Markt sehen Sie?

Vor allem einen Trend: Die komplette Übernahme aller Gewerke dieser Projekte wird immer wichtiger. Für die Kunden ist es extrem wichtig, alle Komponenten sowie Planung, Regulatorik, Brennstoffversorgung und Betrieb komplett aus einer Hand zu bekommen. Einer unserer Markenkerne ist genau das: Dem Kunden komplett alles aus einer Hand zu liefern. Denn es ist eines, eine Anlage zu planen und bauen. Das zweite sie aber ist, sie optimiert zu betreiben. Und zwar so, dass auch mehrere Komponenten wie Biomasse und Strom optimal zusammenspielen und die Regelung automatisch und ohne das Eingreifen des Kunden funktioniert.  Hier können wir unsere Stärken als Generalunternehmer voll ausspielen – weil wir niemals in Einzelkomponenten denken, sondern immer das Gesamtsystem im Blick haben. Den unser Anspruch bleibt immer der gleiche: Unsere Kunden sollen zu jeder Zeit ruhig schlafen können.  

Blick von Außen auf einer Biomasseanlage der Schmidmeier NaturEnergie

Hybride Lösungen im Überblick

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