Projekt Saerbeck
| Branche | Energieversorgung / Entsorgung |
| Technik | Dampf / KWK |
| Nennwärmeleistung | 3.000 kW (Sattdampf) |
| Brennstoff | Gebrauchtholz A I / A II, Landschaftspflegematerial |

ENTSORGUNGSGESELLSCHAFT SETZT AUF CO2-NEUTRALE ENERGIE
Die Entsorgungsgesellschaft Steinfurt mbH (EGST) koordiniert im Auftrag des Kreises Steinfurt die Abfallwirtschaft und ist im Bioenergiepark Saerbeck angesiedelt. Der Bioenergiepark Saerbeck ist ein herausragendes Beispiel für die sektorübergreifende Energiewende in Deutschland. Auf dem ehemaligen Munitionsdepot werden durch einen Energiemix aus Photovoltaik, Windenergie und Biomasse 33 Megawatt elektrische Leistung erzeugt – doppelt so viel Strom, wie im Gemeindegebiet benötigt wird. Doch damit nicht genug. Der Ort in der Nähe von Münster geht noch weiter, um sein erklärtes Ziel zu erreichen: Bis 2040 will der Landkreis klimaneutral sein!

Unsere Anlage sorgt für...
5.280.000 kg
CO₂-Einsparung/Jahr
Umrechnungsgrundlage:
Emissionsfaktor: 0,3 t
CO₂-Einsparung pro MWh
SPANNENDES VERBUNDPROJEKT AUS BIOMASSEANLAGE, KLÄRSCHLAMMTROCKNUNG UND AMINWÄSCHE - SCHMIDMEIER ALS GENERALUNTERNEHMER
Im Jahr 2020 bzw. 2021 war der Gedanke gereift, die vorhandene Biogasanlage um eine Biomethanaufbereitung zu erweitern und das Biomethan direkt ins Erdgasnetz einzuspeisen. Daraufhin wurde eine neue Wärmequelle notwendig. Um die am Standort vorhandenen Brennstoffe zu nutzen, fiel die Wahl auf eine Biomasseanlage. Die Anlage versorgt zusätzlich zur Biomethanaufbereitung auch einen Klärschlammtrockner mit Wärme. Die Schmidmeier NaturEnergie übernimmt den Auftrag als Generalunternehmer für alle Kompontenen in diesem umfangreichen Verbundprojekt.
„Die neue Anlage soll dazu dienen, dass wir unser Energiepotenzial aus den Abfällen besser nutzen können. Insbesondere werden wir unabhängiger vom Strompreis – und können künftig auch Bioerdgas Einpreisen und nutzen.“
Eva Witthake, Prokuristin EGST
BIOMASSEKESSEL ALS BASIS
Den Grundstein des Projekts bildet eine platzsparende Biomasseanlage, die es aber ganz schön in sich hat: Der Dampfkessel verfügt über eine Nennwärmeleistung von 3 MW (Sattdampf) und eine Dampfleistung von 4.600 kg/h!
Die in der Anlage erzeugte Wärme wird an die Abnehmer (Biomethanaufbereitung und Klärschlammtrocknung) übergeben. Zusätzlich ist eine Dampfturbine installiert – so wird ganz nebenbei noch grüner Strom produziert!



HERAUSFORDERUNG BRENNSTOFF: NUTZEN, WAS DA IST
Als Unternehmen, dass neben der Kompostierung auch die Entsorgung im Landkreis Steinfurt verantwortet, verfügt die EGST bereits über ein breites Brennstoffband. Der Brennstoffmix besteht vorwiegend aus Stoffen, die bereits vorliegen und vor Betrieb der Biomasseanlage anderweitig entsorgt oder verwertet werden mussten. Dazu zählen beispielsweise Holzfraktionen aus der Kompostaufbereitung und Landschaftspflegematerial in Kombination mit Gebrauchtholz der Klassen A I und A II.


Spezielle Feuerung für Schwierige Brennstoffe
Unsere Feuerungen für anspruchsvolle, hochkalorische Brennstoffe sind konsequent wassergekühlt – vom Rost bis hin zum Feuerraum. Das schützt die Anlage vor Überhitzung, erhöht die Lebensdauer und sorgt dafür, dass die Anlagen auch im Betrieb mit hochwirtschaftlichen Brennstoffen – wie beispielsweise Altholz – eine hohe Verfügbarkeit haben.
Das gibt es so nur bei uns!

„Hier wird ein Brennstoffmix zum Einsatz kommen, und zwar überwiegend aus Stoffen, die wir bereits hier am Kompostwerk vorliegen haben und im Moment anderweitig entsorgen oder verwerten. Das sind eine Holzfraktion aus der Grünkompostierung und gesammelte Althölzer, beispielsweise hier vom Wertstoffhof.“
Johannes Wermers, Energiemanagement & Anlagenoptimierung EGST
2.250 MWH GRÜNER STROM JÄHRLICH!

Zusätzlich zur Wärmeerzeugung wird in der Biomasseanlage auch grüner Strom erzeugt und macht die EGST somit auch unabhängig vom Strompreis!
Der in der Anlage erzeugte Dampf mit einem Nenndruck von 25 bar(ü) wird an eine mehrstufige Kondensationsturbine weitergeleitet. Diese erzeugt eine elektrische Leistung von 350 kW, während der verbleibende Abdampf mit einer thermischen Leistung von 2.250 kW in einen Heizkondensator eingespeist wird.
Kombinierte Rauchgasreinigung stellt Emissionswerte weit unter dem vorgeschriebenen Standard sicher
Schmidmeier NaturEnergie setzt auf eine mehrstufige Rauchgasreinigung, die Emissionen mühelos unter die gesetzlichen Grenzwerte senkt. Das Verfahren besteht aus drei Stufen:
SNCR-Anlage im Feuerraum:
- Eindüsung von Reduktionsmittel in den Rauchgasstrom
- Stickoxide werden zu Wasserdampf und Stickstoff reduziert
- wichtig: richtiges Temperaturniveau!

Multizyklon
- Abscheidung aller groben Staubpartikel

Gewebefilter
- Abscheidung selbst feinster Partikel mit einem Abreinigungsgrad von über 99%
- Additiv-Dosierung im Filterkuchen bindet zusätzliche Schadstoffe



„Die Besonderheit liegt in dem Zusammenspiel des Bestandes mit den Neuanlagen. Die müssen aufeinander abgestimmt betrieben werden. Jede Anlagentechnik für sich ist bewährte Technik, die am Markt funktioniert. Aber das Zusammenspiel dieser Komponenten ist die Herausforderung hier.“
Johannes Wermers, Energiemanagement & Anlagenoptimierung EGST
BIOMETHANAUFBEREITUNG
Statt das in der Biogasanlage gewonnene Gas für die Stromerzeugung zu nutzen, wird es zukünftig zu Biomethan aufbereitet und direkt in das Erdgasnetz eingespeist – und bietet so einen Ersatz für fossiles Erdgas!
Schnell brachte Schmidmeier die Idee ins Spiel, im Verfahren der Biomethanaufbereitung auf eine Aminwäsche zu setzen. Deutlicher Vorteil gegenüber anderen Verfahren: sie ist deutlich weniger stromintensiv und benötigt stattdessen Wärme. Diese Wärme kann kostengünstig über die Biomasseanlage bezogen werden, anstatt sich abhängig von unzuverlässigen und teils hohen Stromkosten zu machen.


Da die Biogasanlage und die Aminwäsche am anderen Ende der Betriebsfläche angesiedelt sind, erfolgt die Wärmeübertragung über eine Rohrbrücke.
KLÄRSCHLAMMTROCKNUNG
Gleichzeitig war bekannt, dass in der Region ein hoher Bedarf an Klärschlammtrocknung entstehen würde. Die EGST nahm sich dieser Herausforderung an! Am Standort werden jährlich 18.000 t Klärschlamm aus den umliegenden Kommunen getrocknet – und das mit nachhaltiger Wärme aus der Biomasseanlage. Die Klärschlämme mit einer Restfeuchte von 20% werden anschließend in einem Silo gelagert.



DAS HIGHLIGHT: DAS ERSTE FEUER!



TEAMWORK MAKES THE DREAM WORK (UND GANZ VIEL FLEIß..) –IMPRESSIOnen AUS DER BAUPHASE
Vom Spatenstich im Juni 2024 bis zum ersten Feuer in der Biomasseanlage im September 2025 verging nur etwas mehr als ein Jahr!
Eine echte Meisterleistung, wenn man sich ins Gedächtniss ruft, wie komplex der Anlagenverbund und das Zusammenspiel der Komponenten ist.


Das wird nur möglich, durch eine extrem gute Kommunikation aller am Projekt beteiligten Firmen, eine hochprofessionelle Projektsteuerung und ein Team, das jeden Tag sein bestes gibt.
TEAMWORK MAKES THE DREAM WORK (UND GANZ VIEL FLEIß..) – IMPRESSIOnen AUS DER BAUPHASE
Vom Spatenstich im Juni 2024 bis zum ersten Feuer in der Biomasseanlage im September 2025 verging nur etwas mehr als ein Jahr!
Eine echte Meisterleistung, wenn man sich ins Gedächtniss ruft, wie komplex der Anlagenverbund und das Zusammenspiel der Komponenten ist.

Das wird nur möglich, durch eine extrem gute Kommunikation aller am Projekt beteiligten Firmen, eine hochprofessionelle Projektsteuerung und ein Team, das jeden Tag sein bestes gibt.

„Aufgrund der Komplexität der Anlage und der Anlagenzusammenstellung, wollten wir einen Generalunternehmer haben, der Erfahrung mit diesen verschiedenen Techniken hat. Das haben wir dann europaweit mit einem Anforderungskatalog ausgeschrieben. Schmidmeier war der der beste Bewerber und hat den Zuschlag bekommen.
Herausragend ist die klare und direkte Kommunikation, die guten Abstimmungsgespräche auf technischer Ebene und die gute Zusammenarbeit im kaufmännischen Bereich. Es ist absolut auf Augenhöhe.“
Eva Witthake, Prokuristin EGST

DAMPF FREI: AUSBLASEN DER DAMPFLEITUNGEN
Was spektakulär aussieht, dient in erster Linie der Betriebssicherheit und der Qualitätssicherung in der Anlage. Bevor die Turbine in Betrieb genommen wird, werden die Dampfleitungen über ein Provisorium „ausgeblasen“. So wird sichergestellt, dass sich in den Leitungen keine Fremdpartikel mehr sind, die später Schaden an der Turbine anrichten können.


Anlagedaten im Überblick
| Nennwärmeleistung | 3.000 kW (Sattdampf) |
| Dampfleistung | 4.600 kg/h |
| Kesselparameter | Sattdampf, Betrieb 25 bar(ü), Absicherung 30,5 bar(ü) |
| Jährliche Wärmeerzeugung | 22.000 MWh |
| Inbetriebnahme (Jahr) | 2025 |
| Feuerung | Gegenstromfeuerung mit wassergekühltem Vorschubrost sowie primärer und sekundärer Rauchgasrezirkulation und wassergekühltem Feuerraum |
| Kessel | liegender Rauchrohr-Großraumwasserkessel |
| Economiser | Speisewassereconomiser |
| Rauchgasreinigung | SNCR, Multizyklon und Gewebefilter mit Additivdosierung |
| Bauart | Dampfturbine (Kondensation) |
| Elektrische Nennleistung | 350 kW |
| Jährliche Stromerzeugung | 2.250 MWh |
| Brennstoffart | Gebrauchtholz A I / A II, Landschaftspflegematerial |
| Jährlicher Brennstoffbedarf | 8.700 t |
| Brennstofflager | Brennstofflagerhalle mit Schubboden |
| Bauart | Drucklose Aminwäsche |
| Durchsatz Rohbiogas | 350 m³/h |
| Durchsatz Biomethan | 200 m³/h |
| Bauart | Rührwerkstrockner |
| Durchsatz | 18.000 t/a |
| Eingangs- und Restfeuchte | TS 20% auf TS 90% |
CO₂-Einsparung
5.280.000 kg
CO₂-Einsparung/ Jahr
Umrechnungsgrundlage:
Emissionsfaktor: 0,3 t CO₂-
Einsparung pro MWh
2.940 Jahre
Autofahren
(150 g CO₂/ km) mit einem
Mittelklassewagen und
12.000 km/ Jahr
40.600
Flüge
pro Person auf einem
einfachen Flug von München
nach Berlin (130 kg CO₂)
630
mal
die Jahres-Pro-Kopf-
Emissionen je Einwohner
in Deutschland (8,4 t CO₂/ a)









