Projekt Bruckmühl

SALUS GMBH & CO. KG
Branche Pharmaindustrie - Naturarzneimittel
Technik Dampf
Nennwärmeleistung 2.500 kW (Sattdampf)
Brennstoff Gebrauchtholz A I / A II
Biomasseanlage in Brückmühl. Die Anlage ist aus Beton errichtet und hat einen Kamin. Im Hintergrund stehen Bäume.

NATURARZNEIMITTEL AUS BAYERN - PRODUZIERT MIT BIOMASSE!

Seit 1916 produziert die Salus GmbH & Co. KG Naturarzneimittel in Bruckmühl. Dabei setzt das Unternehmen auch auf Forschung sowie den eigenen Anbau und die Züchtung von Heilpflanzen und verzichtet bei den Endprodukten vollständig auf Konservierungsstoffe oder Aromen. Bekanntestes Produkt ist das Eisenpräparat FLORADIX.

Unsere Anlage sorgt für...

1.470.000 kg

CO₂-Einsparung/Jahr

Umrechnungsgrundlage:
Emissionsfaktor: 0,3 t
CO₂-Einsparung pro MWh

Nachhaltigkeit steht bei der in Oberbayern ansässigen Firma schon lange im Fokus. Das Unternehmen wird regelmäßig für seine Initiativen in diesem Bereich ausgezeichnet. Passend zu diesem Einsatz hat sich Salus entschlossen, die Wärmever­sorgung auf 100% nachhaltige Energiequellen umzustellen. Einen Meilenstein auf diesem Weg stellt die Errichtung einer Biomasse-Dampfkesselanlage mit Inbetriebnahme im Jahr 2024 dar. Ein entscheidendes Kriterium für die Anlage war dabei die Errichtung in Industrieausführung für den Dauer-Vollastbetrieb und die Abdeckung der gesamten Lastkurve – nicht nur des Grundlastbereichs.

TONIKA, TROPFEN, EXTRAKTE: BIOMASSE-DAMPFKESSEL GENERIERT PROZESSWÄRME FÜR DIE PRODUKTION

Die Produkte der Firma Salus kennt man aus Apotheken, Reformhäusern oder aus Fachgeschäften. Besonders beliebt: Das Eisenpräparat Floradix sowie Tee-Spezialitäten für die verschiedensten Anwendungsbereiche. Zur Herstellung eben jener Produkte wird eine hohe Menge an Prozesswärme benötigt.

Frischer Kräuter, Pflanzen und Blumen auf einer Holzunterlage.
Getrocknete Pflanzen und Kräuter in einem Glasbehälter.

Neben der Qualität spielt vor allem die Haltbarkeit der Naturarzneimittel eine große Rolle. Durch den Verzicht auf Konservierungsstoffe werden Produkte wie Tonika, Tropfen, Extrakte durch kurzes Erhitzen auf sehr hohe Temperaturen haltbar gemacht. Die hierfür benötigte Wärme wird klimaneutral aus Biomasse bereitgestellt.

Ein wahrer Blickfang ist das klare und reduzierte Design des Kesselhauses, das in Zusammenarbeit mit dem renommierten Planungsbüro Theinert Maier Architekten entwickelt wurde. Besonders stolz ist das Team der Schmidmeier NaturEnergie bei der Gestaltung der Anlage auch auf die einzigartige Rohrbrücke im Zugangsbereich.   

Rohrbrücke einer Biomasseanlage. Mehrere parallel verlaufende metallene Rohre bahn sich waagrecht ihren Weg aus dem Gebäude der Anlage. Nach wenigen Metern verlaufen die Rohre im 90 Grad WInkel nach unten
Biomasseanlage von innen. Viele Rohre aus Metall, die miteinander verbunden sind. Auf der linken Seite befindet sich eine Komponente, die dunkelgrün und weiß ist.
Biomasseanlage von innen. Viele Rohre aus Metall, die miteinander verbunden sind. Auf der linken Seite befindet sich eine Komponente, die dunkelgrün und weiß ist.

Kombinierte Rauchgasreinigung stellt Emissionswerte weit unter dem vorgeschriebenen Standard sicher 

Schmidmeier NaturEnergie setzt auf eine mehrstufige Rauchgasreinigung, die Emissionen mühelos unter die gesetzlichen Grenzwerte senkt. Das Verfahren besteht aus drei Stufen:

 

SNCR-Anlage im Feuerraum:

  • Eindüsung von Reduktionsmittel in den Rauchgasstrom
  • Stickoxide werden zu Wasserdampf und Stickstoff reduziert
  • wichtig: richtiges Temperaturniveau!

Multizyklon

  • Abscheidung aller groben Staubpartikel
Zeichnung eines Multizyklon

Gewebefilter

  • Abscheidung selbst feinster Partikel mit einem Abreinigungsgrad von über 99%
  • Additiv-Dosierung im Filterkuchen bindet zusätzliche Schadstoffe
Zeichnung eines Gewebefilters

BRENNSTOFFLAGERUNG PERFEKT AN DIE ANFORDERUNGEN DES BETRIEBS ANGEPASST

Als Brennstoff wird neben naturbe­lassener Biomasse und Pflanzenresten aus der eigenen Produktion aus­schließlich Altholz der Kategorien A I und AII verwendet. Um die Bewegung und das Hantieren größerer Mengen des Brennstoffes auf dem Betriebsgelände zu vermeiden, setzt Salus statt Lagerhalle auf ein wohldurchdachtes Schubboden-Containersystem, welches von einer Freifläche außerhalb des Werktors direkt angefahren werden kann.

Ansicht des Brennstofflagers in Bruckmühl von außen
Brennstoffcontainer der Anlage in Bruckmühl.

Die vier Container mit einem Lagervolumen von je 36 m3 werden bereits beim Lieferanten mit Brennstoff befüllt und anschließend im Brennstofflager von Salus an die Andockstationen mit Schnellkuppelsystemen für die Hydraulik angebracht. Das maximale Lagervolumen am Standort beträgt 144 m3, und ist (auch durch die unmittelbare Nähe zum Brennstofflieferanten) mehr als ausreichend.

Der Brennstoffaustrag aus den Containern erfolgt im Anschluss vollautomatisch über den Containerschubboden. Sobald ein Container leer gefahren ist, schaltet die Entnahmesteuerung auf den nächsten um. Der Füllstandsensor meldet, sobald der Füllstand unter eine definierte Grenze fällt und der Austausch der Container notwendig ist. Um einen reibungslosen, schnellen Ablauf zu garantieren, stehen jederzeit zwei Tauschcontainer beim Brennstofflieferanten zur Verfügung.

Spezielle Feuerung für Schwierige Brennstoffe

Unsere Feuerungen für anspruchsvolle, hochkalorische Brennstoffe sind konsequent wassergekühlt – vom Rost bis hin zum Feuerraum. Das schützt die Anlage vor Überhitzung, erhöht die Lebensdauer und sorgt dafür, dass die Anlagen auch im Betrieb mit hochwirtschaftlichen Brennstoffen – wie beispielsweise Altholz – eine hohe Verfügbarkeit haben.

Das gibt es so nur bei uns!
Zeichnung des Inneren der Feuerraumkühlung zur Darstellung des Prozesses.

NACHHALTIGKEIT ALS KERNELEMENT DER MARKE SALUS

Nachhaltigkeit ist fest in der Unternehmensphilosophie der Salus GmbH & Co. KG verankert – unsere Biomasse-Dampfanlage ist ein zentraler Bestandteil davon. Mehr Informationen finden Sie im Nachhaltigkeitsbericht der Salus Gruppe 2024 ab Seite 36.

Zum Bericht

Anlagedaten im Überblick

Leistung
Nennwärmeleistung 2.500 kW (Sattdampf)
Dampfleistung 3.800 kg/h
Kesselparameter Sattdampf, Betrieb 10 bar(ü), Absicherung 16 bar(ü)
Jährliche Wärmeerzeugung 7.800 MWh
Anlagedaten
Inbetriebnahme (Jahr) 2024
Feuerung Gegenstromfeuerung mit wassergekühltem Vorschubrost sowie primärer und sekundärer Rauchgasrezirkulation und wassergekühltem Feuerraum
Kessel liegender 2-Zug-Großwasserraumkessel
Economiser Speisewassereconomiser
Rauchgasreinigung SNCR, Multizyklon und Gewebefilter mit Additivdosierung
Brennstoff
Brennstoffart Gebrauchtholz A I / A II
Jährlicher Brennstoffbedarf 2.200 t
Brennstofflager 3x Schubbodencontainer

CO₂-Einsparung

1.470.000 kg
CO₂-Einsparung/ Jahr

Umrechnungsgrundlage:
Emissionsfaktor: 0,3 t CO₂-
Einsparung pro MWh

820 Jahre
Autofahren

(150 g CO₂/ km) mit einem
Mittelklassewagen und
12.000 km/ Jahr

11.300
Flüge

pro Person auf einem
einfachen Flug von München
nach Berlin (130 kg CO₂)

174
mal

die Jahres-Pro-Kopf-
Emissionen je Einwohner
in Deutschland (8,4 t CO₂/ a)