Projekt Bamberg

Ofa Bamberg GmbH
Branche Textilproduktion - Medizinische Textilien
Technik Dampf
Nennwärmeleistung 1.000 kW (Sattdampf)
Brennstoff Industriepellets
Biomassedampfanlage in Bamberg. Ein grauer rechteckiger Kasten ist rechts verbunden mit einem metallenem Rohr. Links befindet sich eine eine Treppe, die zu einer Tür führt. Die Tür befindet sich über der Hälfte des Kastens. Im Hintergrund befindet sich ein Gebäude aus Stein.

OFA GOES GREEN! MEDIZINISCHE TEXTILIEN UND HILFSMITTEL AB JETZT KLIMANEUTRAL PRODUZIERT!

Die Ofa Bamberg, Hersteller für medizinischer Textilien aus Oberfranken – wie beispielsweise Kompressionsstrümpfe – kann auf eine lange Firmenhistorie zurückblicken. Seit 1948 ist das Unternehmen in Bamberg ansässig und besticht durch innovative Leistungen. So war Ofa beispielsweise das erste deutsche Unternehmen, das ein spezielles Prüfgerät für Kompressionsprodukte in Betrieb nahm, um Topqualitäten zu gewährleisten. Doch nicht nur Qualität – auch Nachhaltigkeit ist für das Unternehmen mit hauseigener Färberei und über 400 Mitarbeitern dabei eine Herzensangelegenheit.

Unsere Anlage sorgt für...

520.000 kg

CO₂-Einsparung/Jahr

Umrechnungsgrundlage:
Emissionsfaktor: 0,3 t
CO₂-Einsparung pro MWh

Gruppenfoto mit Geschäftsführer Ferdinand Schmidmeier der Firma Schmidmeier, Geschäftsführer Hr. Dr. Bohnen der Firma Ofa und den Mitgliedern der Ofa

BUNTE SACHE: VOR ALLEM IN DER FÄRBEREI FÄLLT EIN HOHER ENERGIEBEDARF AN

Neben der Beheizung sämtlicher Produktions- und Verwaltungsgebäude sowie der Bereitstellung von Warmwasser für Sanitär- und Sozialbereiche fällt der größte Wärmebedarf am Standort in Bamberg vor allem in der hauseigenen Färberei an. In der Färberei werden textile medizinische Materialien in Färbebädern bei definierten Temperaturen behandelt, fixiert und veredelt. Die hierfür benötigte, konstant verfügbare Prozesswärme ist ein wesentlicher Faktor für reproduzierbare Farbergebnisse, hohe Produktqualität und einen stabilen Produktionsablauf. 

Nahaufnahme von geordneten Nähspulen mit verschiedenen Farben.
Urhebervermerk „Ofa Bamberg“
Ansicht des Gebäudes der Ofa von außen.
Urhebervermerk „Ofa Bamberg“
Nahaufnahme von weißen Nähspullen.
Urhebervermerk „Ofa Bamberg“

2024 realisierte die Ofa Bamberg GmbH mit der Schmidmeier NaturEnergie den Bau einer Biomassedampfanlage – der Wechsel von fossilen Brennstoffen zu 100 % Biomasse stellt dabei die größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte dar. Doch neben der Transformation hin zu einer umweltfreundlichen Textilproduktion steht in Bamberg auch klar die Versorgungssicherheit und vor allem die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund. Aktuelle Themen wie der Fachkräftemangel und die stetig steigenden Kosten fossiler Energieträger stellten das international agierende Unternehmen vor große Herausforderungen. Mit dem Fuel Switch auf Holzpellets kann Ofa seine Brennstoffe nun deutlich kostengünstiger und dabei vollständig CO2-neutral beziehen.

Vor allem die wirtschaftlichkeit der Biomasse war – neben der nachhaltigkeit – AUSSCHLAGGEBEND FÜR DIE ENTSCHEIDUNG.

2.000 MWh CO2-NEUTRALE WÄRME PRO JAHR FÜR DIE PRODUKTION UND DIE GEBÄUDEHEIZUNG

Banner mit Informationen zur CO2 Einsparung auf der Fassade des Gebäudes der Anlage

Der Sattdampfkessel verfügt über eine Nennwärmeleistung von 1.000 kW. Mit einer Dampfleistung von 1.500 kg/h werden im Jahr 2.000 MWh Wärme bereitgestellt! Um das begrenzte Platzangebot gut auszunutzen, ist die Anlage als Containerversion ausgeführt. 

KLEINER BRENNSTOFF, GROßE Wirkung in sachen nachhalitgkeit – DIE PERFEKT INS KONZEPT PASST!

Als Brennstoff kommen am Standort Bamberg jährlich 455 t Industriepellets zum Einsatz. Der Brennstoff besticht nicht nur durch seine Preisstabilität, sondern durch die platzsparende Lagerung in einem Hochsilo, das optimal für das zur Verfügung stehende Platzangebot geeignet ist. Das auf Wiegezellen installierte Silo ermittelt den Füllstand und den Verbrauch dabei vollautomatisch. Die Pellets werden der Anlage je nach Bedarf vollautomatisch über eine Pelletförderschnecke zugeführt.
Rohrverbindung Silo-Pellet
Brennendes Feuer im Feuerkessel. Nahaufnahme.

Schmidmeier kümmert sich im Rahmen des Projekts nicht nur um die Technik: Auch bei der Erstellung eines geeigneten Brennstoffversorgungskonzepts kann die Ofa Bamberg GmbH auf Unterstützung zählen. Gemeinsam mit den Experten der Technologica GmbH wird alles durchdacht – von der Auswahl der richtigen Lieferanten über die Erstellung von Vertragsunterlagen bis hin zur Begleitung von Preisverhandlungen.

PULSIERENDES HOCHSPANNUNGSFELD SORGT FÜR EINE OPTIMALE RAUCHGASREINIGUNG

Um die gesetzlichen Grenzwerte für Emissionen jederzeit einzuhalten, erfolgt die Rauchgasreinigung mittels Elektrofilter. In einem Elektrofilter werden die Staubpartikel in einem pulsierenden Hochspannungsfeld von 20.000 bis 100.000 Volt elektrostatisch aufgeladen und an einer Niederschlagselektrode abgeschieden. Die Spannung wird 100 Mal pro Sekunde immer an der Grenze zum Spannungsüberschlag entlang geregelt. Die regelmäßige Abreinigung der Niederschlagselektrode erfolgt über ein Klopfwerk direkt in den Trichter der Staubaustragung des Filters. 

KOMPAKTE BAUWEISE UND LOGISTISCHE PERFEKTION FÜGT SICH PERFEKT IN DAS BEGRENZTE PLATZANGEBOT EIN

Um die neue Biomasse-Dampfanlage in unmittelbarer Nähe zur Produktion zu planen, musste diese zentimetergenau in das verfügbare, begrenzte Platzangebot eingeplant werden. Die kompakte Bauweise der mobilen KLIMASCHUTZZENTRALE ermöglichte dabei eine optimale Nutzung der Fläche. Um den Werksverkehr platztechnisch nicht zu begrenzen, wurde die Anlage komplett auf eine Stützenkonstruktion gestellt. So kann sogar die dahinterliegende Halle weiterhin durch das Tor unterhalb der KLIMASCHUTZZENTRALE befahren werden.

Während die Krangestellung auf dem begrenzten Raum eine Herausforderung darstellte, erforderte auch der Transport Fingerspitzengefühl: Beim Passieren der Einfahrt blieben lediglich 5cm Platz zwischen Schwertransport und Werkstor! Dank der Zusammenarbeit, der vorausschauenden Planung und dem intensiven Austausch während der Anlieferung stellte das aber keine Probleme für das Team Ofa-Schmidmeier dar.

Stolzer Kunde

Geschäftsführer der Ofa Bamberg GmbH Dr. Fabian Bohnen streckt seinen Arm in einen Ofen
„Die Biomasseanlage ist die größte Einzelinvestition, die unser Unternehmen je getätigt hat. Damit setzen wir nicht nur wirtschaftlich, sondern auch in puncto Nachhaltigkeit ein wichtiges Zeichen.“ 

 

Dr. Fabian Bohnen, Geschäftsführer der Ofa Bamberg GmbH

MUTIG, ENTSCHLOSSEN UND SCHNELL: OFA BAMBERG ZEIGT, WIE‘S GEHT!

Die Schmidmeier NaturEnergie GmbH zeigt sich besonders beeindruckt von der Entscheidungsstärke und Geschwindigkeit der Ofa Bamberg GmbH. „Gerade Unternehmen, die Teil einer Holding sind – wie in diesem Fall der INDUS Holding AG – brauchen oft lange für solche Entscheidungen“, erklärt Thomas Schmidmeier. „Umso mehr fasziniert es mich, wenn ein Unternehmen wie die Ofa Bamberg trotz dieser Strukturen mutig, klar und blitzschnell die richtigen Entscheidungen trifft.“

Anlagedaten im Überblick

Leistung
Nennwärmeleistung 1.000 kW (Sattdampf)
Dampfleistung 1.500 kg/h
Kesselparameter Sattdampf, Betrieb 10 bar(ü), Absicherung 16 bar(ü)
Jährliche Wärmeerzeugung 2.000 MWh
Anlagedaten
Inbetriebnahme (Jahr) 2024
Feuerung Gleichstromfeuerung mit wassergekühltem Vorschubrost sowie primärer und sekundärer Rauchgasrezirkulation und wassergekühltem Feuerraum
Kessel liegender 2-Zug-Großwasserraumkessel
Rauchgasreinigung Elektrofilter
Brennstoff
Brennstoffart Industriepellets
Jährlicher Brennstoffbedarf 500 t
Brennstofflager Pelletsilo

CO₂-Einsparung

520.000 kg
CO₂-Einsparung/ Jahr

Umrechnungsgrundlage:
Emissionsfaktor: 0,3 t CO₂-
Einsparung pro MWh

290 Jahre
Autofahren

(150 g CO₂/ km) mit einem
Mittelklassewagen und
12.000 km/ Jahr

4.000
Flüge

pro Person auf einem
einfachen Flug von München
nach Berlin (130 kg CO₂)

62
mal

die Jahres-Pro-Kopf-
Emissionen je Einwohner
in Deutschland (8,4 t CO₂/ a)