Projekt Freihung

Strobel Quarzsand GmbH
Branche Baustoffindustrie - Quarzsandtrocknung
Technik Heißgas
Nennwärmeleistung 5.600 kW (Heißgas)
Brennstoff Waldhackschnitzel, Gebrauchtholz A I / A II
Biomasse-Heißgas-Anlage in Freihung. Rechts an der Anlage schließt ein überdachtes Brennstofflager mit Holzhackschnitzel an. Die Anlage ist weiß-grau mit einer roten Sequenz.

STROBEL QUARZSAND: HIGHTEC ERGÄNZT TRADITION IN DER QUARZSANDTROCKNUNG

Die Strobel Quarzsand GmbH ist ein Familienunternehmen mit bald 150 Jahren Erfahrung im Abbau, der Aufbereitung und Veredelung feiner und feinster Quarzsande. Der Betrieb befindet sich in der nördlichen Oberpfalz, ca. 80 km nordöstlich von Nürnberg. Hier werden durch die Kraft von rund 80 Mitarbeitern jährlich aus etwa 900.000 t Rohmaterial hochwertige Quarzsande für eine Vielzahl von Industriebereichen und Einsatzmöglichkeiten produziert.

Unsere Anlage sorgt für...

5.097.000 kg

CO₂-Einsparung/Jahr

Umrechnungsgrundlage:
Emissionsfaktor: 0,3 t
CO₂-Einsparung pro MWh

AUSGANGSPRODUKT FÜR VERSCHIEDENSTE ANWENDUNGSFÄLLE

Der trockene Sand ist ein wertvoller Ausgangsstoff für viele Branchen: Die Haupteinsatzgebiete der Spezialsande sind die Glasindustrie, Gießereien, die bauchemische Industrie sowie die Bauindustrie. Weitere Anwendungsbereiche liegen im chemischen und keramischen Sektor sowie im Freizeit- und Sportbereich.

Dabei entscheidend ist immer die Qualität des Sandes. Diese wird maßgeblich durch die Trocknung beeinflusst – ein Prozess, mit extrem hohem Wärmebedarf.

 

LKW mit Strobel Quarzand Aufschrift vor der Anlage in Freihung.

VOM ERDGAS ZUR BIOMASSE – DER WEG ZUR CO2-NEUTRALITÄT

Ansicht des Anlage von innen. Massive Rohrleitungen.

Der Prozess erforderte bislang einen erheblichen Erdgasverbrauch. Durch die Umstellung auf Gebrauchtholz der Kategorie AI und AII als Energieträger gelingt es der Strobel Quarzsand GmbH, den CO2-Ausstoß um beeindruckende 5.097.000 kg pro Jahr zu reduzieren. Hierfür wurde eine Heißgas-Anlage mit einer Nennwärmeleistung von 5.600 kW errichtet, welche eine jährliche Wärmemenge von 28.700 MWh erzeugt. Der Gesamtwirkungsgrad der neuen Anlage liegt bei beachtlichen 85 Prozent, die Inbetriebnahme fand Ende 2025 statt.

heißgas-Luft-Wärmetauscher als Lösung für hohe Temperaturbereiche

Die besondere technische Herausforderung besteht in der Anpassung der bestehenden Trommeltrockner, die für Temperaturen von über 400 °C ausgelegt sind. Biomassefeuerungen können problemlos Temperaturen von bis zu 1.000 °C erzeugen – allerdings im direkten Heißgasstrom. Da aus Qualitätsgründen eine direkte Beaufschlagung des Sandes mit Rauchgasen ausgeschlossen werden musste, wurde ein spezieller Heißgas-Luft-Wärmetauscher entwickelt, der im Betrieb rotglühend arbeitet und in der Anlage in zweifacher Ausführung verbaut ist. Die dauerhafte Erzeugung solch hoher Temperaturen im indirekten Verfahren ist eine technologische Pionierleistung im Bereich der Biomassenutzung.
Biomasse-Heißgas-Anlage in Freihung von innen. Ein dickes rundes Rohr liegt wie die Form eines Griffs auf einer Ebene.
Biomasse-Heißgas-Anlage in Freihung von innen. Mehrere runde dicke Rohre liegen auf einer Ebene.

HIGHTECH-MATERIALIEN FÜR EXTREME BEDINGUNGEN

Die heißen Rauchgase werden nach der Feuerbox in zwei Stränge aufgeteilt und nach der Vorreinigung in Zyklonen zwei Rauchgas-Luft-Wärmetauschern zugeführt. Um den hohen thermischen Belastungen in diesem Prozess standzuhalten, setzt Schmidmeier in den kritischen Zonen des Wärmetauschers auf hochhitzefeste Edelstähle. Diese Materialien kommen auch in der Raumfahrttechnologie zum Einsatz, beispielsweise in den Triebwerken von SpaceX-Raketen.

Biomasse-Heißgas-Anlage in Freihung von innen. Links und rechts befinden zwei gleiche Komponenten aus Metall, die in Längsrichtung mehrere kleine Türen besitzen. Diese liegen exakt gegenüber.
Biomasse-Heißgas-Anlage in Freihung von innen. Eine Komponente aus Metall hat zwei rechteckige Rohre, die bis zur Decke führen.
Biomasse-Heißgas-Anlage in Freihung von innen. Ein Kessel mit rotem Rahmen liegt in der Mitte. Drum herum an den Wänden und der Decke befinden sich Rohre aus Metall.

Die Heißgasanlage bei der Strobel quarzsand Gmbh ist die dritte dieser art, die durch schmidmeier und die entsprechenden vorlieferanten für diesen temperaturbereich errichtet wurde.

Kombinierte Rauchgasreinigung stellt Emissionswerte weit unter dem vorgeschriebenen Standard sicher 

Schmidmeier NaturEnergie setzt auf eine mehrstufige Rauchgasreinigung, die Emissionen mühelos unter die gesetzlichen Grenzwerte senkt. Das Verfahren besteht aus drei Stufen:

 

SNCR-Anlage im Feuerraum:

  • Eindüsung von Reduktionsmittel in den Rauchgasstrom
  • Stickoxide werden zu Wasserdampf und Stickstoff reduziert
  • wichtig: richtiges Temperaturniveau!

Multizyklon

  • Abscheidung aller groben Staubpartikel
Zeichnung eines Multizyklon

Gewebefilter

  • Abscheidung selbst feinster Partikel mit einem Abreinigungsgrad von über 99%
  • Additiv-Dosierung im Filterkuchen bindet zusätzliche Schadstoffe
Zeichnung eines Gewebefilters

Kostengünstiges Altholz sichert eine wirtschaftliche Brennstoffversorgung

Hackschnitzel liegen in einem Brennstofflager der Biomasse-Heißgas-Anlage in Freihung unter einem Dach.

Als Brennstoff kommt am Standort Freihung Gebrauchtholz der Kategorie A I und A II zum Einsatz. Die benötigten Mengen können von regionalen Lieferanten bezogen werden. Das ist einer der entscheidenden Vorteile der Biomasse: Sie ist nicht nur CO2-neutral, speicherbar und hochwirtschaftlich. Sie sorgt auch dafür, dass die Wertschöpfung in der Region verbleibt und nicht wie bei fossilen Energieträgern hohe Beträge ins Ausland fließen. 

Spezielle Feuerung für Schwierige Brennstoffe

Unsere Feuerungen für anspruchsvolle, hochkalorische Brennstoffe sind konsequent wassergekühlt – vom Rost bis hin zum Feuerraum. Das schützt die Anlage vor Überhitzung, erhöht die Lebensdauer und sorgt dafür, dass die Anlagen auch im Betrieb mit hochwirtschaftlichen Brennstoffen – wie beispielsweise Altholz – eine hohe Verfügbarkeit haben.

Das gibt es so nur bei uns!
Zeichnung des Inneren der Feuerraumkühlung zur Darstellung des Prozesses.

FEIERLICHE EINWEIHUNG DER ANLAGE

Am 27. November 2025 wurde in Freihung die Anlage der Firma Strobel Quarzsand eingeweiht. Diese wurde nach nur eineinhalb Jahren Bauzeit fertiggestellt und wird für den Trocknungsprozess von Quarzsand eingesetzt. Beide Unternehmen kommen aus der Oberpfalz, wodurch eine regionale Partnerschaft ermöglicht wurde. Auch der Brennstoff stammt aus der unmittelbaren Umgebung, hat nur kurze Transportwege und stärkt zudem die regionale Wertschöpfung. Sowohl wir als auch Günter Forster, Geschäftsführer der Strobel Quarzsand GmbH, bedanken sich für die tolle Zusammenarbeit.
Thomas Schmidmeier, Geschäftsführer der Schmidmeier NaturEnergie, unterschreibt einem Buch. Er trägt eine grünes Jackett.
Ferdinand Schmidmeier, Geschäftsführer der Schmidmeier NaturEnergie, unterschreibt einem Buch. Er trägt eine blaues Jackett.
Person spricht bei der Einweihung der Biomasse-Heißgas-Anlage in Freihung und steht hinter einen braunem Podest.
Gruppenbild aus 1. Bürgermeister Uwe König (rechts), Landrat Richard Reisinger (links), Staatssekretär Tobias Gotthardt (mitte) und Geschäftsführer der Schmidmeier NaturEnergie Ferdinand (mitte rechts) und Thomas Schmidmeier (mitte links).

Bei der Einweihungsfeier sprach auch die lokale Politik großes Lob aus. Sowohl der 1. Bürgermeister Uwe König, als auch Landrat Richard Reisinger und Staatssekretär Tobias Gotthardt zeigten sich beeindruckt.

Zum Newsbeitrag

Aus der Oberpfalz, für die Oberpfalz

So geht regional: Um das Projekt zu verwirklichen, ziehen zwei Oberpfälzer Unternehmen an einem Strang. Die Schmidmeier NaturEnergie plante und realisierte die Anlagentechnik für Strobel Quarzsand – nur eine Stunde entfernt von Zeitlarn. Gefördert wurde das Projekt durch die BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. 

Anlagedaten im Überblick

Leistung
Heißgasleistung 5.600 kW (Heißgas)
Heißgasparameter 33.600 Nm³/h, 450 °C
Jährliche Wärmeerzeugung 28.700 MWh
Anlagedaten
Inbetriebnahme (Jahr) 2025 (geplant)
Feuerung Mittelstromfeuerung mit wassergekühltem Vorschubrost sowie primärer und sekundärer Rauchgasrezirkulation und wassergekühltem Feuerraum
Wärmetauscher 2 Heißgas-Frischluft-Wärmetauscher
Restwärmenutzung Warmwassereconomiser zur Luftvorwärmung
Rauchgasreinigung 2 Hochtemperaturzyklone und Gewebefilter mit Additivdosierung
Brennstoff
Brennstoffart Waldhackschnitzel, Gebrauchtholz AI / AII
Jährlicher Brennstoffbedarf 9.000 t
Brennstofflager Brennstoffbunker mit Schubboden

CO₂-Einsparung

5.097.000 kg
CO₂-Einsparung/ Jahr

Umrechnungsgrundlage:
Emissionsfaktor: 0,3 t CO₂-
Einsparung pro MWh

2.830 jahre
Autofahren

(150 g CO₂/ km) mit einem
Mittelklassewagen und
12.000 km/ Jahr

39.200
Flüge

pro Person auf einem
einfachen Flug von München
nach Berlin (130 kg CO₂)

607
mal

die Jahres-Pro-Kopf-
Emissionen je Einwohner
in Deutschland (8,4 t CO₂/ a)